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Online Marketing Klartext Teil 4: Gute Gründe, warum Sie noch heute eigene Landingpages veröffentlichen sollten

von Thomas Altendorfer - 3. Februar 2015

Landingpages sind ein oft sträflich vernachlässigtes Thema bei Unternehmenswebsites. Ich schreibe wieder Klartext und erkläre warum Sie wirklich gute Landingpages brauchen und wie eine optimale Landingpage aussieht.

Obwohl die Landingpages darüber entscheiden, ob Sie über Ihre Website etwas verkaufen oder wertvolle Leads generieren, wird kaum Zeit in die Konzeption dieser Seiten investiert.

Die Folge: Viele Websites haben gar keine richtigen Landingpages. Ich verstehe nicht warum, denn ich weiß, dass Landingpages wirklich darüber entscheiden, ob sich das investierte Geld für eine Kampagne auszahlt oder einfach verpufft.

Zuallererst ganz grundsätzlich, was eine Landingpage genau ist. Der Name sagt es schon, es sind Seiten einer Website, die dafür konzipiert sind, dass Benutzer darauf „landen“. Danach sollen sie entweder die Inhalte Ihrer Website weiter erforschen (um dann später soweit überzeugt worden zu sein, um dann zu kaufen) oder direkt von der Landingpage eine gewünschte Aktion durchführen (Newsletter Abo, Kauf, usw.).

Wofür Landingpages? Hier einige Szenarien, wo Landingpages wirklich essentiell sind. Es sind im Grunde die gleichen Wege, wie Besucher auf Ihre Website kommen.

Zielseite für CPC (cost-per-click) Kampagnen

Bei cost-per-click Kampagnen - wie beispielsweise Google AdWords - verlinkt die Anzeige auf eine von Ihnen definierte Seite. Wenn Sie das Maximum aus Ihrer Kampagne holen wollen, brauchen Sie aus zwei Gründen eine passende Landingpage für jede einzelne Anzeige.

Erstens: Sie bezahlen weniger pro Klick, wenn Sie eine gute Zielseite haben. Genauer gesagt ist es so, dass sich der zu bezahlende Betrag pro Klick aus mehreren Faktoren zusammen setzt. Wettbewerb ist sicher der größte Faktor. Es gibt aber auch den Qualitätsfaktor, der sich aus drei Werten zusammen setzt: Nutzererfahrung mit der Zielseite, Anzeigenrelevanz, voraussichtliche Klickrate. Wenn Sie eine nicht mobil optimierte Website haben und die Keywords der Anzeigen auf der Zielseite nicht vorkommen, wird Ihre Anzeige seltener geschaltet oder Sie müssen mehr dafür bezahlen.

Das ist kein gut investiertes Geld, da Sie mehr dafür bezahlen, um Benutzer auf eine schlechtere Seite zu bringen. Wie lange werden die Besucher auf einer nicht relevanten Seite verbleiben? Das wäre der zweite Grund für gute Landingpages. Eine schlechte Landingpage zeichnet sich durch eine hohe Absprungrate und eine niedrige Konversionrate aus. Das ist nicht das Ziel.

SEO - Zielseiten für Suchmaschinen

Wenn ein Besucher nach einem bestimmten Schlüsselwort sucht, Ihre Website auf Platz 1 ist und er darauf klickt (was ca. 30-60% machen), dann ist alles in bester Ordnung. Oder doch nicht? Nicht, wenn Sie keine sehr gute Landingpage haben! Wenn Sie keine gute Landingpage haben, werden Sie sehr wahrscheinlich gar nicht auf Platz 1 bei Google platziert sein und falls doch, können Sie sich nicht lange darüber freuen. Wenn die Landingpage nichts mit der Suchwortkombination in der Suche zu tun hat oder nur sehr spärliche Informationen dazu bietet, dann ist der Besucher im nu wieder zurück bei Google und klickt das nächste Suchergebnis. Das ganze Szenario dauert im besten Fall 5 Sekunden.

Was bringen viele Besucher, wenn Sie nach wenigen Sekunden wieder weg sind? Eine gute Landingpage sorgt dafür, dass Sie die Früchte Ihrer Content Marketing Arbeit ernten können.

Newsletter

Newsletter sollen an sich schon informativ sein, aber ein Link zu mehr Informationen oder einer Sales Page kann durchaus Sinn machen. Sie betreiben einen Online Shop und schreiben in Ihrem Newsletter über eine bestimmte Kategorie von Produkten oder eine konkrete Marke? Toll, wenn Sie auf eine Landingpage in Ihrem Shop verlinken können, die genau diese Produkte auflistet. Noch besser, wenn auf dieser Seite auch noch ein kurzer, knackiger Text zur Kategorie steht, der den Besucher endgültig von Ihrem Angebot überzeugt.

Social Media

Wenn Sie sich entscheiden, ihren Followern in den sozialen Medien etwas zu verkaufen, ist ein Link zu Ihrer Website ein gutes Mittel dafür. Dafür brauchen Sie eine eigene Seite mit exakt dem beschriebenen Angebot. Diese Landingpage sollte nur darauf ausgelegt sein, den Besucher vom Angebot zu überzeugen, damit er es annimmt.

Würden Sie auf eine Seite verlinken, wo noch 10 andere Dinge beschrieben und angerissen werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Abschluss dramatisch. Die Lösung ist auch hier eine solide Landingpage.

Direkte Kundenfragen

Sie bekommen immer wieder Emails oder Anrufe mit Fragen zu Ihrem Produkt oder Service. Bestehende Kunden wollen mehr darüber wissen, warum Sie Ihr Produkt brauchen. Statt diese Fragen immer individuell zu beantworten, können Sie detaillierte Antworten auf Ihre Website stellen und darauf verweisen. Auch Hintergrundinformationen können für Ihre bestehenden und potentiellen Kunden interessant sein. Ein weiterer Vorteil, wenn Sie Anfragen auf Ihre Website verweisen: Hier finden diese Besucher nicht nur Antworten auf Ihre konkrete Frage, sondern werden auch noch auf andere Dinge aufmerksam. Eine Info Veranstaltung in zwei Wochen, eine Preis-Aktion bis Ende dieser Woche usw.

An dieser Stelle sollte klar sein, dass Ihr Firmen-Internetauftritt eigene Landingpages braucht. Das führt gleich zur nächsten Frage:

Wie sieht eine gute Landingpage aus?

Die wichtigste Regel für die Gestaltung erfolgreicher Landingpages ist auch die einfachste: Die Landingpage MUSS als allererstes den Inhalt zeigen, den sich der Besucher erwartet, der den Besucher abholt. Wenn Sie eine AdWords Anzeige bei der Suchwortkombination "erfolgreiche Websites" schalten, sollte die Phrase auch in der Anzeige und dann auf der Landingpage vorkommen. Der Besucher muss sofort das Gefühl haben, dass er hier richtig ist, ansonsten riskieren Sie, dass der gefürchtete „Zurück“-Button geklickt wird und der Besucher ist weg.

Eine Landingpage kann einfach dazu dienen, den Besucher abzuholen und zum Entdecken der weiteren Website Inhalte einladen. Andere Landingpages haben eine ganz konkrete Aktion des Besuchers zum Ziel. Den „Jetzt kaufen“ Button im Online Shop klicken, einen Newsletter registrieren usw. Sie sollten sich bei jeder Landingpage genau klar machen, was der Besucher nach dem Lesen der Seite machen soll. Wenn Sie es selbst nicht so genau wissen, wird es auch für den Besucher ein Rätsel bleiben und entsprechend unbefriedigend ist das Ergebnis.

Ein MUSS auf jeder Landingpage (und allen anderen Seiten Ihrer Website auch): Eine solide Webanalyse, damit Sie am Ende sagen können, wo Sie Besucher zu Kunden gemacht haben und wo Sie Ihre Besucher verloren haben. Ein eigener Artikel dazu ist schon in „Production“.

Mit den Analysedaten wissen Sie am Ende genau, wieviele Besucher die Landingpage über Ihre Kampagne besucht haben und wieviele davon die gewünschte Aktion (=Konversion) durchgeführt haben. Mit diesen Zahlen können Sie sich an die Optimierung machen. Nichts ist im ersten Anlauf perfekt, so genau man es auch plant. Hier kommen Split Tests ins Spiel.

Was sind Split Tests? Wenn Sie ein offline Ladengeschäft betreiben, werden Sie ihre wichtigsten Produkte immer wieder mal anders positionieren um herauszufinden, wie Sie Ihre Verkaufe steigern können. Sie werden die Produkte nicht nur anders positionieren und ins Szene setzen, sondern vielleicht variieren Sie auch das Angebot selbst. Verkaufen sich die Äpfel besser einzeln, wenn sie in der Holzkiste liegen mit einem schönen Bild von einem Apfelbaum dahinter oder wollen Ihre Kunden lieber 10 Stück bereits verpackte Äpfel. Zahlen sie pro Apfel mehr, wenn sie einzeln verkauft werden oder bei der verpackten Variante? Das gleiche machen Split Tests (auch A/B Tests genannt) für Ihre Website oder Ihren Online Shop.

Hinweis: Todos

Wenn ich schreibe, was Sie an Ihrer Website ändern sollen, was sie umsetzen sollen damit Sie mit Ihrer Online Strategie Erfolg haben, meine ich nicht, dass Sie das alles selbst umsetzen und programmieren sollten. Nein. Dafür gibt es Spezialisten. Aber Sie als Unternehmer profitieren davon, wenn Sie wissen, was Sie wollen und warum Sie beispielsweise eine Landingpage genau so und nicht anders wollen. Wenn Sie nichts konkretes wollen, kann nichts Gutes dabei herauskommen.

Last but not least: Behalten Sie im Hinterkopf, dass im Grunde auch jede einzelne, „normale“ Seite eine Landingpage sein kann. Sie können niemals ausschließen, dass der beste Kunde Ihres Lebens auf einer für Sie unwichtigen Seite landet. Die Kunst ist es, die neuen Gäste auf jeder Content Seite richtig zu „empfangen“, damit sie bleiben und Ihre spannenden Inhalte erforschen..

Mein Tipp an Sie: Verwenden Sie in der Konzeptionsphase ausreichend Zeit für das Thema Landingpages, es wird sich bezahlt machen. Wenn die Website „live“ ist und es erste, verlässliche Analysedaten gibt, muss trotzdem noch einmal evaluiert und nachjustiert werden, damit die Landingpage Inhalte genau richtig sind: Auf den Punkt und wirklich gut.

Was das Beispiel Landingpages außerdem noch sehr gut aufzeigt: Es braucht eine sehr durchdachte, globale Online Strategie, damit alle Zahnräder perfekt ineinander greifen und die Reibungsverluste (in Form von Absprüngen) minimal gehalten werden.

So geht es hier weiter: In Teil 5 vom Online Marketing Klartext geht es um ein etwas heikleres Thema: Das Budget für Ihre Website und das laufende Online Marketing.

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